Startseite
    -our Project-
    +Eskarias life+
    ~Freaky's life~
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

https://myblog.de/talakai

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Der Morgen danach

Kai streckte sich. Etwas verschlafen sah er sich in dem Raum um... nur langsam dämmerte es dem Silberhaarigen, was gestern passiert war. Als er sich aufgerichtete hattem gähnte er, sah dann auf Tala hinunter der neben ihm lag... "..."
Sein Blick glitt von dem Schlafenden, durch den Raum. Hier war er eindeutig nicht zu Hause. War das doch kein Traum gewesen? War das~ wirklich passiert? Kopfschüttelnd stand Kai auf, konnte und wollte~ das nicht fassen. Ohne dabei laut zu sein, verließ er das Schlafzimmer, ging in das bad und zog sich an.

Tala bekam von Kais plötzlichem Verschwinden anfänglich nichts mit. Zu tief im Schlaf gefangen, registrierte sein Unterbewusstsein zwar, dass die Wärmequelle weg war, doch wirklich wach wurde er deshalb noch nicht. Leise murmelnd drehte er sich nur in die Richtung, wo bis gerade eben noch Kai geschlafen hatte. Ein Arm wurde um das Kissen geschlungen, das Bein nach vorne auf die noch warme Matratze geschoben. Der Gesichtsausdruck blieb weiterhin ruhig, wirkte aufgrund der geschlossenen Augen sogar friedlich. Vereinzelte Haarsträhnen hingen in die Stirn, wurden dann doch irgendwann mit einer fahrigen Geste beiseite geschoben, als Tala durch ein Geräusch oder eine Ahnung wach wurde. Erst noch unkoordiniert schlug er die Augen auf, sah sich um, fragte ihn, was ihn geweckt haben mochte. Auf den ersten Blick wirkte alles so wie immer. Nur langsam sickerte die Erinnerung zurück in sein Hirn - nämlich in dem Maße, in dem der Schlaf daraus verschwand. Kai! Wo war der Silberhaarige? Sollte er am Ende bereits das Weite gesucht haben? Überstürzt die Wohnung verlassen? Tala runzelte die Stirn, drehte sich dann aber lediglich wieder auf den Rücken und seufzte laut auf. Schöne Bescherung das...

Er betrachtete sich im Spiegel. Bis auf leichte Schmerzen an gewissen Stellen, ging es ihm recht gut.. So gut, wie es einem nach soetwas halt gut gehen konnte. Er seufzte leise, überlegte, was er jetzt tun sollte. Er könnte hier bleiben... keine Frage... Aber es gab eine andere Variante, die ihm mehr.. zusagte.


Kai verließ das badezimmer, ging in die Küche und schrieb Tala einen Zettel. "Tut mir Leid. Muss zu meinem Kater. Bis nachher. Kai." Arbeiten müsste er ja heute auch.
Jerry wartete auch wirklich schona uf ihn. Er streichelte kurz durch das rotbraune Fell, bereitete der Katze dann etwas zu essen vor. Zwar war Jerry etwas sauer, doch angesichts des Essens war alles wieder vergessen.
Pünktlich~ erschien Kai dann zur Arbeit.

Doch die Einzige, die ihn erwartete, war die Sekretärin. Vorerst. Tala hatte nach dem Aufstehen den Zettel in der Küche gefunden, ihn nur mit einem vielsagenden Blick beäugt und anschließend dem Papierkorb übergeben. Nur in Unterwäsche - immerhin war ja außer ihm niemand mehr da, wie er in einem Anflug von Sarkasmus feststellte - stand er dann in der Küche und brühte sich den von Kai verhassten Kaffee auf. Wahrscheinlich würde der Silberhaarige einen Herzinfarkt bekommen, wenn er gesehen hätte, dass Tala dabei seinem nächsten Laster, den Zigaretten frönte. Er rauchte nicht oft, aber gerade morgens oder wenn er Stress hatte, wirkte so ein Lungenkrebsverursacher wahre Wunder.
Als nächstes gönnte er sich dann eine ausgiebige Dusche, genoss den Vorteil des Chefs nicht pünktlich in der Firma sein zu müssen und ließ sich deshalb extra viel Zeit. Während er unter der Dusche stand, gingen seine Gedanken natürlich wieder in eine spezielle Richtung, auch wenn er das nicht wirklich wollte. Kai. Er war schon damals, während ihrer Internatzeit in den Silberhaarigen verschossen gewesen, doch hatte er gewusst, dass Kai nicht unbedingt erfreut darauf reagieren würde. Und so hatte Tala sich mit dem zufrieden gegeben, was er haben hatte können: ein besorgter Freund, der ihm zur Seite stand, wenn er mal wieder zuviel getrunken oder Ärger mit Boris hatte. Dass aus der gemeinsam verbrachten Nacht nach ihrer Abschlussfeier nichts Fixes werden konnte, war ihm schon klar gewesen, als er am nächsten Morgen in Kais Augen gesehen und nichts darin erkennen hatte können. Blackout. Wie nicht anders zu erwarten. Aber dass der Halbrusse jetzt schon wieder einfach verschwand, traf ihn irgendwie doch. Natürlich, die Umstände waren denkbar ungünstig gewesen, aber einfach so abzuhauen war nun doch nicht unbedingt die feine Art. Wie es nun wohl weitergehen würde? Ob Kai kündigte? Das glaubte Tala weniger, dafür war der andere zu sehr Rationalist und der Job zu gut bezahlt.
Mit einem Kopfschütteln stand Tala wenig später vor dem Lift, bereit den Arbeitstag zu beginnen und der Dinge zu harren, die da auf ihn zukommen würden. Und so saß seine undurchsichtige Maske perfekt, als er Minuten später den Vorraum zu seinem Büro durchschritt, auf den freundlichen Morgengruß der Sekretärin mit einem Nicken reagierte und dann sein Büro betrat.

Er begrüßte die Frau kurz, bevor er dann durch Talas büro in seines ging. Die Tippse hatte ihm ein paar Papiere mitgegeben, die er doch bitte auf den Schreibtisch des Chefs legen sollte. Nicht, dass sie das nicht hätte selbst machen können. Nein~... aber sie musste sich die Fingernägel schneiden, pfeilen, polieren und lackieren. Das beanspruchte Zeit und Geduld. Da kam ihr so eine Arbeit nicht recht.
Kai übernahm das natülrich gerne für sie. Immerhin war es ja kein besonders großer Umweg. Er legte die Akten auf den Tisch, ging dann in sein Büro und stellte sich zuerst an die Fensterfront, sah hinunter auf die Straßen. Der Himmel war vollgehangen, mit grauen Quellwolken. Es regnete zwar nicht, aber ein starker Wind wehte. Er hasste den Herbst in New York.
Seufzend wandte er sich von der Aussicht ab. Die Skyline war nicht mehr interessant, wenn man schon einige Zeit hier verbracht hatte. Der Schreibtischsessel war bequem. Kai lehnte sich zurück, schloss die Augen und dachte an den gestrigen Nachmittag. Wieso nur, hatte er sich überreden lassen. Wieso war er nur dieser einschmeichelnden Art verfallen?

Eine halbe Stunde später konnte er hören, dass Tala sein Büro betrat, die Tür hinter sich wieder schloss und wohl zum Schreibtisch ging. Der Sessel quietschte, deutete an, dass jemand auf ihm Platz genommen hatte, dann konnte man das Rascheln von Papier hören und anschließend Piepsen, das wie von einem Telefonapparat stammte. Tatsächlich erklang wenig später Talas Stimme, gewohnt ruhig. Er telefonierte. Fixierte einen Termin am Nachmittag in einem der renommiertesten Restaurants der Stadt.
Gleich nachdem der Hörer wieder aufgelegt worden war, konnte Kai seinen Namen hören.
"Kai? Du musst heute Nachmittag etwas für mich erledigen...kommst du mal schnell rüber?"

Seufzend erhob sich der Silberhaarige, tappste hinüber zu dem anderen Büro. Er schloss die Tür hinter sich und ging zu Talas Schreibtisch. "Was kann ich tun?"
Irgendwie hatte Kai -auch wenn es komsch war- Angst, dass der Rothaarige sauer auf ihn war. Vielleicht hätte er dableiben sollen, aber er konnte es einfach nicht. Und eiegtnlich konnte er es jetzt auch immer noch nicht...

Doch erst einmal blieb er verschont, hatte Tala sich zu dem breiten Aktenschrank in seinem Rücken umgedreht und suchte darin etwas. Mit einem grünen, dicken Schnellhefter in der Hand wandte er sich dann wieder um. Eisblaue Augen trafen auf rotbraune, doch nichts war darin zu lesen. Tala war wie immer, wie gestern schon und wie vorgestern. Man sah ihm nicht an, was ihm gerade durch den Kopf ging. Auch seine Stimme klang neutral bis freundlich, als er den Schnellhefter vor Kai hinlegte.
"Du erinnerst dich doch sicher an den Herrn von gestern, der Reijis Gebäude gekauft hat. Er hat es eilig seine Habseligkeiten nach Amerika zu transferieren. Er will sich heute schon treffen. Leider habe ich keine Zeit, du wirst also hingehen. In diesem Ordner findest du alles, was du brauchst. Gib ihm die Kontonummern bekannt, die da drin vermerkt sind, hilf ihm die Formulare für die Einschiffung auszufüllen und lass ihn alles unterschreiben. Das Treffen findet um 15.30 Uhr in Four Seasons statt. Ich werde gleich einen Tisch reservieren. Sieh bitte zu, dass du pünktlich da bist. Solltest du mit dem Taxi fahren, schreib deine Ausgaben auf die Spesenliste. Noch Fragen?"
Tala wusste, dass das Ausfüllen der Formulare keine Schwierigkeiten für Kai darstellen sollte und so war es die optimale Gelegenheit um diesen die ersten Schritten in dem neuen Umfeld machen zu lassen.

Der Silberhaarige nickte. Fragen hatte er keine. Eigentlich war es eine Routinearbeit. Das einzigst neue für ihn, waren die Zahlen im Schnellhefter, aber den Rest kannte er schon von seinem alten Job, da machte er sich keine Gedanken drum. "Nein, ist alles klar." Das Four Seasons war ihm auch bekannt. Ein Taxi würde er wohl sicher nehmen um dort hinzukommen. Kai hoffte ja nur, dass er mit dem Kunden nicht Trinken musste. Denn den~ Mann schätzte er als ehr trinkfest ein.
"Soll ich sonst noch etwas machen?"
Immerhin hatte er noch 5 Stunden, bis er los musste und wollte sich beschäftigen. Er nahm die Mappe, sah Tala erwartungvoll an.

"Übereifrig, was?" Ein feines Lächeln hob Talas Lippen, während er den Kopf in die aufgestützte Hand legte, Kai musterte.
"Nun, du kannst auch Immobilien heraussuchen, die zum Verkauf stehen. Finde raus, wieviel der Besitzer verlangt und wie viel sie wirklich wert sind, außerdem in welchem Zustand sie sich befinden. Ich brauche für morgen mindestens drei Einfamilienhäuser in der Nähe von New York und zwei Firmengebäude. Das wäre alles für heute..."

Wieder ein Nicken von Kai. Mit der Mappe in der Hand, wandte er sich um und ging hinüber in sein Büro. Innerhalb von zwei Stunden hatte er sich 20 Grundstücke heruasgesucht und schon anfragen geschickte. Von 10 bekam er eine Rückmeldung. Schnell hatte er sich die Straßen udn den Wert notiert. Mit einem Notizheft und den Verträgen bepackt, verließ das Büro und verabschiedete sich shcnell von Tala. Innerhalb von drei Stunden musste er alle Orte besichtigen und dann noch zum Four Seasons fahren. Es war zu schaffen.
2 der Besichtigungen dauerten nicht allzulange. Die Bebäude waren eindeutig unter dem Preis zu bekommen. Kai schätzte, notierte sich den Wert. Ein Grundstück war sogar billiger, als es hätte sein können. Das~ würde Tala sicher gut finden.
Die anderen Grundstücke waren im Preis zwar gut bemessen, doch es ließ sich sicher noch etwas raushandeln. Der silberhaarige notierte sich ein paar Mänkel und fuhr dann zu dem Restaurant. Bevor er eintrat, richtete er sich seine Jacke, furh sich nocheinmal durch die Haare. Er wollte nicht gehetzt wirken.
Pünklich betrat er das Foru Seasons, sah den Geschäftspartner schon von weitem und begrüßte ihn, setzte sich mit an den Tisch. Die Verträge waren schenll ausgefüllt und unterzeichnet. Der Mann konnte ihn sogar noch zu einem Schluck Whisky überreden. Es gehörte sich ja nun mal.
Um 7 Uhr war er wieder in der Firma, legte Tala seine Notizen vor. Er würde seine Emails nocheinmal überprüfen, falls noch etwas eintrudeln sollte, aber die Sachen, die er bisher gefunden hatte, waren erfolgversprechend.

Tala hatte sich in der Zwischenzeit diesen Dingen gewidmet, die er wenn möglich vor Kai geheimhalten würde. Dieser würde es nämlich sicher nicht gut finden, wenn er erfuhr, was genau er hier wirklich tat. Besser man behielt die kleine Story von wegen Russen, die schnell nach Amerika emigrieren wollten, bei. Besser für sie alle. Wobei einige seiner Kunden in den letzten Tagen Misstrauen erweckten. Sie waren zu hektisch, zu forsch und würden noch viel Probleme aufwerfen, wenn sie nicht einfach abwarten würde. Zudem meinte wohl jemand, ihn, Tala, aus seiner kleinen Marktlücke verdrängen zu müssen und ein ähnliches Geschäft aufziehen zu müssen. Dem würde er ganz schnell einen Riegel vorschieben. Einen schmerzhaften Riegel, wenn es sein musste. Er hatte gerade denjenigen verständigt, der sich darum kümmern sollte, als Kai von dem Geschäftsessen zurückkam und Unterlagen mitbrachte.
"Danke, ich werde sie mir dann gleich ansehen. Du kannst nach Hause gehen, alles andere kann bis morgen auch warten. Schönen Abend und grüß deinen Kater von mir."
Damit war Kai entlassen. Es war ohnehin schon spät und den Rest musste Tala ohnehin ohne Kai erledigen. So hatte er, ohne auf eine Antwort zu warten, auch schon wieder den Kopf gesenkt und weiterzuarbeiten. Die Erwähnung der Katze war auch schon die einzige und vorallem eine harmlose Anspielung auf den heutigen Morgen.



Leise seufzte er. Tala schien es ihm doch in irgendeiner Weise übel zu nehmen. Nun, ändern konnte er es jetzt auch nicht mehr. "Bis morgen.", murmelte er dann, velrieß das Büro wieder, verabschiedete sich von der Tippse und fuhr mit dem Aufzug nach unten. Sein Kater wartete schon auf ihn.
Am nächsten morgen war er wie immer pünktlich in der Firma, nahm die Post mit zu Tala -diesmal musste eine Zeitung gelesen werden- und setzte sich dann in sein Büro. Einige Antworten waren noch gekommen, er notierte sich alles.

Von Tala fehlte auch an diesem Morgen wieder jegliche Spur. Und das blieb bis in den frühen Vormittag so. Dann erst kam er in die Firma, machte aber nicht unbedingt den Eindruck, als hätte er bis jetzt geschlafen. Ganz im Gegenteil wirkte er bereits erledigt und geschafft. Er hatte gestern noch bis spät in die Nacht gearbeitet, alles für ihren derzeitigen Geschäftspartner klar gemacht und dafür gesorgt, dass das Geld möglichst rasch transferiert werden würde. Heute Morgen hatte er sich dann gleich mit Ivan getroffen, der für ihn die Nachforschungen zwecks des Nachmachers führen sollte und diesem genauere Anweisungen gegeben. Nun endlich war er wieder im Büro, doch weniger stressig wurde es deshalb noch lange nicht.
"Kai? Hast du die Gebäude? Gibt es schon was Neues?"
Er hatte sich einige der Immobilien gestern noch angesehen und zwei gleich von vornherein ausgeschlossen. Nicht, dass Kai etwas falsch gemacht hätte, aber sie passten nicht für das, wofür er sie eigentlich benötigte. Deshalb wartete er noch, ob er noch andere Möglichkeiten bekam.



Noch 4 weitere angebote hatte er herausgesucht, wartete auf Antworten. Mit den neusten Ergebnissen, 5 Grundstücke, wovon er sich 2 angesehen hatte, da sie in der näheren Umgebung gewesen waren, ging er zu Tala, legte ihm alles hin.
"Mehr war bisher nicht zu bekommen. Viele Grundstücke gehen weg, bevor mans ie sich ansehen konnte. Keine Ahnung, warum." Irgendjemand schien Geld zu haben und einfach auf dem Immobilienmarkt shoppen zu gehen.

Tala nickte nur, griff nach den Papieren.
"Ich weiß, wir haben Konkurrenz, aber es kümmert sich bereits jemand darum. Keine Sorge!"
Hastig überflog Tala die Angebote, strich drei dann rot an.
"Hier, mach mir mit diesen Leuten für morgen Termine. Du kommst mit, also such solche raus, die für dich auch passen!"

Damit hatte Kai wohl ehr weniger ein Problem. Soviel zu tun hatte er nicht. "Ist klar." Er nahm die Aufzeichnungen, ging dann in sein Büro und telfonierte, suchte noch nebenbei, vielleicht gab es doch noch bessere Angebote.
Er hatte die drei Termine gut verteielt, dass man selbst beiu längeren Diskussionen noch genügen Luft hatte. Er gab Tala die Termine. "Gut so? Oder muss ich etwas umlegen?"

Tala, den Telefonhörer zwischen Schulter und Ohr geklemmt, warf einen Blick auf die Termine, nickte dann nur und flüsterte ein 'Passt' in Kais Richtung. Dann entschuldigte er sich kurz bei seinem Gesprächspartner.
"Die Termine stimmen so. Ich brauche die Grundbuchauszüge für die entsprechenden Häuser, besorg die bitte. Dann kannst du gleich die Verträge aufsetzen, damit wir dann nur mehr die Summe eintragen müssen."

Kai verschwand wieder in sein Büro, woltle nicht länger stören. Er setzte sich seine Lesebrille auf, tippte die Verträge und sorgte dafür, dass Tala alles bekam, was er brauchte. Es dauerte eine Stunde, dann war er fertig.
Er lehtne sich zurück, nahm die brille ab und sah zum Monitor. Er hatte sich auf einer Seite eingeloggt, auf der man viele der Grundstücke in New York einsehen konnte. DI Seite wurde alle 1ß Sekunden aktualisiert und man sah, wie die Grundstücke nur verschwanden. Sehr seltsam.

Auch Tala blieb das nicht verborgen, äußerte sich aber nur mit einem wütenden Zusammenziehen der Augenbrauen und einem noch eisigeren und vorallem gefährlicheren Ausdruck in den blauen Augen. Da wollte einer wirklich Ärger. Den sollte er haben.

*+*+*

Andernorts betrat gerade ein großer, schlanker Mann Ende 20 ein Arbeitszimmer in dem ein anderer saß und legte ihm einen Stapel Papiere vor die Nase.
"Ivanov wird schwer zu knacken sein, immerhin ist er direkter Partner der Mafia. Er selbst gibt sich keine Blöße, scheint ein regelrechter Eisklotz zu sein, an dem alles abprallt. Keine Freunde, keine Familie, keine Lebensgefährten, keine Bettgespielen, nichts..."
Er konnte schon sehen, wie sich der Blick des anderen verdüsterte, hob zufrieden einen Mundwinkel.
"Wenigstens bis vor einigen Tagen. Da ist jemand Interessantes in sein Leben getreten!"
Ein paar Seiten wurden aufgeschlagen und das Bild eines jungen, silberhaarigen Mannes mit rotbraunen Augen tauchte auf.
"Sein ehemaliger Zimmergenosse. Mittlerweile arbeitet er als direkter Assistent unter Ivanov, was an und für sich schon seltsam ist, da er es bisher vorgezogen hat, alleine zu arbeiten."

"Hm." Der Mann nahm sich das Foto, musterte die Person darauf. Der Junge würde beschattet werden. Seine Gewohnheiten, Vorlieben.. sein ganzes Leben würde er vor sich liegen haben, innerhlab der nächsten 7 Tage. "Schön.. ich will alles über den Jungen wissen. Ivanov wird irgendeine besondere Beziehung zu ihm haben. Ich will, dass er leidet."
Er legte das Foto zur Seite, nahm einen kräftigen Zug von seiner Zigarette. "Geh!"

Der Angesprochene verzog nur das Gesicht, nickte dann aber zustimmend und zog sich zurück. Er würde also diesen Hiwatari beschatten und dessen Leben durchforsten.
Warum sein Boss so einen Hass auf diesen Ivanov mit sich trug, verstand er nicht ganz, war ihm aber auch egal. Er bekam seine Befehle, er befolgte sie und das Gehalt konnte sich sehen lassen.

Er drehte sich in seinem Bürostuhl um, sah zu der Fensterfront und grinste.. dreckig. Er würde Ivanov zerquetschen, sein Leben zur Hölle machen, mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung standen. Nur ein Gedanke schwirrte in seinem Kopf... Rache~.

*+*+*

Ein paar Minuten sah er sich das Treiben an, setzte dann seine Brille wieder auf und durchsuchte die Datenbank nach demjenigen, der meinte, alles kaufen zu müssen. Wenn Kai etwas konnte~... dann sich irgendwo einklinken. Ein großer Vorteil um an Daten heranzukommen.
Nach ein paar Minuten hatte er die IP Adressen herausbekommen. Immer der gleiche. "Wer bist du.." murmelte er für sich.

"Kai? Kommst du? Ich will essen gehen, du hast sicher auch Hunger!"
Talas Stimme unterbrach ihn. Dieser hatte nun einfach seine Arbeit beiseite gelegt und dem Knurren seines Magens nachgegeben. Es war mittlerweile fast fünf Uhr und er würde Kai dann nach Hause schicken. Für heute war alles erledigt und der Rest konnte auch bis morgen warten.

Er legte die Brille zur Seite, stand auf und machte den Bildschirm seines PCs aus. "Komme." rief er, sortierte seine Unterlagen und kam aus seinem Büro. Hunger hatte er nicht sehr viel. Essen tat er an sich sowieso recht wenig, aber wenn Tala es ihm anbot, würde er sicher nicht nein sagen.

"Was machst du denn noch solange? Ich dachte, du bist mit deiner Arbeit fertig?"
Tala erwartete ihn bereits an der Tür zum Vorraum, hielt ihm nun die Tür auf.
"Du brauchst nicht alles an einem Tag erledigen, weißt du? Es bringt mir nichts, wenn du irgendwann tot vom Stuhl kippst, dann habe ich nur noch zusätzlich die Polizei da, die den Todesfall untersuchen möchte...hast du Lust auf Italienisch?", unterbrach er sich dann kurzzeitig selbst.

"Ja... und lass mich doch. Lieber kippe ich um vor Arbeit, als das ich vor langeweile sterbe." Wofür würde er denn bezahlt werden, wenn er den ganzen Tag nur die Beine hochlegte. "Und so wird wenigstens alles fertig und schleift nicht vor sich hin." Er zuckte mit den Schultern, ging an dem Rothaarigen vorbei und folgte ihm zum Lift.
"Wenn ich weniger arbeiten soll, gib mir weniger Arbeit." Dann würde sich das gut machen. Aber so hatte er nun mal den Drang, alles perfekt auszuführen.

"Ah...jetzt bin wieder mal ich Schuld, sehe ich das richtig?"
Tala hatte nur ein leichtes Lächeln für diesen Vorwurf übrig, wartete mit Kai gemeinsam und betrat dann die kleine Liftkabine.
"Man fällt schneller vor Arbeit tot um, als man vor Langweile stirbt. Wenn man nämlich dabei so schnell draufgehen würde, dann würden wir beide schon lange nicht mehr leben. Kannst du dich an den Unterricht in der Abtei erinnern? Der war langweilig...da ist ein Tag aus dem Fenster Starren noch interessanter!"
Der Rotschopf verdrehte vielsagend die Augen, grinste dann. Er war kein sonderlich guter Schüler gewesen, hatte es nie für wirklich nötig empfunden, den Ausführungen der Lehrer zu folgen und war mehr als nur einmal darauf angewiesen gewesen, dass Kai ihn abschreiben ließ.

"Hab ich nicht gesagt~." grinste er, drehte sich mit dem Rücken zru Wand und lehnte sich gegen diese. "Schule.. ich bitte dich. Das ist subjektiv~. Auch wenn der Unterricht laangweilig war... Es gab Fächer, die waren interessant~, aber das erkennen nur Leute, die auch zuhören~."
Sicher.. die Abtei war wohl die härteste Zeit in ihrem Leben gewesen, aber Kai hatte halt für sich den besten Weg gesucht und Tala damit das Schulleben um einiges erleichtert. Zum größtenteil hatte er ihm die Hausaufgaben geschrieben und in Tests hatte er ihn sicher abschreiben lassen.

Tala winkte ab.
"Ach was...nenn mir ein Fach, das interessant gewesen wäre. Hin und wieder hab ich nämlich zugehört und es war nie interessant...kein einziges Mal!"
Ja, da war er sich sicher. Schule konnte gar nicht interessant sein.
"Meinst du, wir haben es soweit gebracht, weil wir in der Schule aufgepasst haben? Wohl kaum..."
Tala ging nicht weiter darauf ein, dass er es von jeher verstanden hatte, sich durchs Leben zu schummeln. Er hatte sich mit den betreffenden Lehrern gut gestellt, hatte es mit Leichtigkeit geschafft, denen Honig ums Maul zu schmieren und ihnen ein weitaus besseres Bild von ihm zu vermitteln, als es dann eigentlich gewesen war. Der Rotschopf war der geborene Opportunist, war spontan und flexibel genug, um sich seine Sachen immer zum Guten zu wenden.
"Na gut, ich habe es überhaupt erst aus dem Internat rausgeschafft, weil du da warst. Sonst würde ich wohl immer noch dort sitzen", gab er dann unumwunden zu.

"Ethik." Da brauchte Kai nicht lange überlegen. Ethik war so ziemlich sein Lieblingsfach gewesen. Ihr Lehrer kam von außerhalb, hatte einen lockeren Stil als der rest der Lehrerschaft. Das hatte den Unterricht auch erleichtert.
Er bedachte Tala mit einem kritischen Blick. Wenigstens sah dieser ein, dass er ohne ihn~, es nicht hierher geschafft hätte. "Bisher war ich immer gut mit meiner Schulbildung gefahren~... Aber du bist ehr der Typ, der mit Worten umgehen kann. Ich nicht~. Das unterscheidet uns." Er trat aus dem Lift heraus. Kai hatte, wie Tala, keine Freunde. Brauchte er auch nicht. Ihm reichte sein Kater. Reden tat er eh nicht gerne, außer es war wichtig für die Arbeit. Tala jedoch schien ein Plappermaul zu sein, dass sich seiner Umgebung anpasst und in Sekundenbruchteilen eine andere Tonlage und Gemütsstimmung haben konnte. Das war wohl das faszinierende an diesem Russen~.

"Tja...was soll ich sagen? Wie ging dieser idiotische Spruch noch: Das Wort ist stärker als das Schwert...oder wars die Feder? Ach, keine Ahnung, ist ja auch egal."
Er schüttelte nur den Kopf, lachte dann leise auf. Mit diesen ganzen Zitaten war er immer schon auf Kriegsfuß gestanden.
"Da vorne an der Ecke ist ein guter Italiener. Das Restaurant ist klein und bequem. Nichts Nobles, ich hoffe, das stört dich nicht?"
Bereits als sie das Gebäude verließen, konnte Kai das Pizzeriaschild ausmachen.

"Ich glaube... es war die Feder, aber dichte es nur um~." Er grinste, verließ dann die Firma und sah zu dem Pizzaschild. "Und wie~ mich das stört." Er schüttelte den Kopf. Er brauchte keinen Schnickschnack, den er bezahlte und wo das Essen nur als häufchen serviert wurde. Dann doch lieber klein, aber herzlich~.
"Kennst du hier eigentlich jeden Laden?"

"Hier in der Nähe? So ziemlich, ja..."
Tala machte einen Moment ein nachdenkliches Gesicht, nickte dann.
"Ja, doch, ich denke. Wenigstens bei den guten bin ich regelmäßig. Ich kann es mir immerhin leisten, essen zu gehen und eine Köchin will ich dann doch nicht anstellen...und unter uns gesagt, ist es mit meinen Kochkünsten nicht allzuweit her, also besser andere mit damit betrauen, die auch Ahnung davon haben!"
Tala hatte noch nie ein Problem damit gehabt, einzugestehen, worin er nicht gut war und wie er dieses Problemchen umschiffte.
"Wieso fragst du? Brauchst du Tipps?"

Kai schüttelte den Kopf, betrat mit Tala den Pizzaladen. "Reine neugier." Er grinste. "Das du~ nicht kochen kannst, war mir schon klar." Das war Inutition. Es passte einfach nicht zu Tala. Vielleicht konnte er ja doch Sachen, die Kai ihm nicht zutraute.. aber kochen war es nicht!
"Ich könnte kochen, ich habe nur meistens keine Lust dazu." Kurz zuckte er mit den Schultern, ließ sich dann Tala gegenüber auf dem Weichen Polster der Eckbank nieder.

"Warum nicht? Ah...so ein Strohhalm wie du, hungert sicher lieber, was?"
Tala zwinkerte Kai vergnügt zu, führte diesen an einen leeren Tisch und wartete, bis der Kellner ihnen die Speisekarte brachte.
Dann bestellte er für beide ein Mineralwasser und wartete, bis der Mann wieder verschwunden war.
"Die Thunfischpizza kann ich nur empfehlen, wenn du Fisch magst!"

Wasser war gut. Er mochte Mineralwasser. "Fisch? Naja.. Sushi geht ja noch aber auf ner Pizza?" Er durchsuchte die Karte, entschied sich dann für eine hawaii.
"Wie groß sind die Pizzen hier?"

"Wie groß?"
Tala sah sich um, deutete dann auf einen Mann etwas abseits von ihnen, der seine Pizza bereits halb aufgegessen hat.
"Siehst du den Teller? Das ist dann wirklich bis zum Rand voll. Also solltest du auf jeden Fall genug bekommen, wenn du deshalb Angst hast. Wenn nicht, dann kannst du gern ein Stück von mir haben...bleibt meist eh übrig!"
Der Kellner kam, um ihre Bestellung aufzunehmen, notierte sich Kais Pizza Hawaii und Talas Frutti di Mare.

"Eigentlich habe ich ehr die Befürchtung, dass sie zu groß ist." Und so war es auch. Ein riesenteil. Dann würde sich der Preis zwar rechnen, aber wie sollte er die~ runterbekommen? So hungrig war er echt nicht gewesen.
Aber wenistens schaffte Tala es auch nicht. Dann fiel es nicht so auf.

"Du musst was Anständiges essen, wenn du den ganzen Tag im Büro sitzt und hart arbeitest. Also, hau rein und lass es dir schmecken, du wirst sehen, sie ist lecker!"
Tala machte es auf die unkoventionelle Art und Weise, schnitte sich eine Schnitte heraus und aß die dann mit den Fingern. So machte Pizza essen Spaß.

"Sicher ist die Lecker. Will ich auch gar nicht bestreiten!" Kai machte es nun doch auf die feine Art, aß nur mit Messer und Gabel. Schmeckte genauso und man machte sich nicht die Hände dreckig.
"Ich bins halt nicht gewohnt, viel zu Essen. Und wenn ich keinen Hunger habe, warum sollte ich mich vollstopfen? Kann ja auch nichts für."

"Weil es nicht normal ist, dass man nach so einem langen Tag keinen Hunger hat, deshalb!"
Tala war fest von dieser These überzeugt, nickte dennoch noch einmal bekräftigend, während er kaute.
"Du sollst dich ja nicht überfressen, aber ein bisschen mehr auf den Rippen würde dir mit Sicherheit nicht schaden...ich weiß wovon ich rede!" Und wie er das wusste, immerhin war er auf Tuchfüllung mit diesen Rippen gewesen. Leise seufzte er in Erinnerung daran auf.

Er errötete, als Tala das erwähnte. "Hn." Darauf erwiedern tat er nichts. Was sollte er da auch zu sagen? Dass es nicht stimmte? Wäre ja gelogen... Der rothaarige hatte ihn ja nur allzu gut gesehen. Schweigend aß er an seiner Pizza weiter, stopfte sich sogar einen drittel der Pizza hinunter.

Tala war mit diesem Resultat zufrieden, immerhin schien sein kleiner Wink gefruchtet zu haben. Aus diesem Grund widmete er sich nun auch mit vollster Aufmerksamkeit seiner eigenen Pizza, ließ von dieser nur mehr ein Achtel übrig.
"Das war lecker...", genüsslich strich er sich über den Bauch, sah Kai dann an, "...sobald wir bezahlt haben, hast du Feierabend. Du kannst dann morgen weiterarbeiten, bei was auch immer du gerade steckst. Okay?"

Skeptisch zog er eine Augenbraue nach oben, legte das Besteck zur Seite und sah auf die Uhr. "Es ist noch nicht mal 8 Uhr..." Er verstand nicht, was das sollte. "Eigentlich bin ich fertig, außer es melden sich die anderen Grundbesitzer." Ansonsten standen ja morgen nur die Termine an.
Das er mal so... wenig zu tun haben würde, hätte er nicht gedacht. Dafür, dass er soviel Geld bekam, war die arbeit sehr wenig.

"Ich weiß, wie spät es ist. Aber die anderen Besitzer melden sich bestimmt erst morgen. Du brauchst nicht unnutze Stunden in der Firma absitzen. Geh nach Hause und mach morgen weiter. Ich erwarte nicht von dir, dass du von Mitternacht bis Mitternacht einen 24 Stunden Job schiebst..."
Tala nippte an seinem Glas, sah Kai über den Rand ebendieses hinweg an, wartete auf Widerworte oder Zustimmung. Noch war er sich nicht so recht schlüssig, was er mehr erwartete.

Er nickte. Was sollte er auch dagegen sagen, würde er halt von zu Hause aus, weiter arbeiten. Was Tala nicht weiß, macht ihn nicht heiß... Er trank sein Wasser aus, seufzte dann.
"Schön."
Tala bezahlte und der Silberhaarige stand auf. "Hn... bis morgen also." Er verabschiedete sich von dem rothaarigen, fuhr dann nach Haus,e machte seiner Katze etwas zu essen und schmiss sich vor seinen Laptop. Der Nachteil an der ganzen Sache... Seine brille lag noch im Büro... Er hasste es.

Tala selbst hielt sich auch an seinen Vorschlag, stattete dem Büro nur mehr einen kurzen Besuch ab und lag schon wenig später im Bett. Allein. Frustrierend. Aber was wollte man machen? Kai tat so, als wäre es nie passiert und er hielt sich einfach auch daran. Besser als ein Streit und dann auch noch Ärger zwischen ihnen. So konnte er den Silberhaarigen wenigstens hin und wieder zu einem Essen entführen und sich so wenigstens normal mit ihm unterhalten. Seufzend schloss er die Augen, war bald darauf eingeschlafen.
13.10.06 17:08
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung