Startseite
    -our Project-
    +Eskarias life+
    ~Freaky's life~
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

https://myblog.de/talakai

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
+Cupido+

Kai war zeitig aufgestanden. Er musste sich fertig für das Frühstück machen, welches er mit einem potentiellen Kundne vereinbart hatte. Und übermüdet wollte er nicht wirken. Tala würde wohl vor dem Rastaurant auf ihn warten.
Bei Reiji hatte Kai mehr Büroarbeit bekommen, jetzt war er mehr unterwegs und aß dauernd etwas. Vielleicht rüherten seine Magenschmerzen ja daher...
Er schnappte sich seine Aktentasche, nachdem er Jerry Futter gegeben hatte und stieg in das nöchstbeste Taxi ein.
Wie vorrausgesehen, wartete Tala schon auf ihn. Jetzt hatte er das Gefühl, wieder unpünktlich zu sein, wobei er doch 5 Minuten zu frph war...
"Morgen."

"Morgen!"
Tala drehte sich mit einem Lächeln zu ihm um, hatte in der Zwischenzeit eine Schaufensterauslage studiert. Mit einem Nicken deutete er Kai, das Restaurant vor ihm zu betreten und sich nach dem Tisch zu erkundigen.
"Hast du die Vordrucke für die Kaufverträge dabei?", wollte er dann wissen. Gleich nach dem Essen hatte er ein Treffen mit Ivan und Kai würde die restlichen Termine alleine erledigen müssen. An und für sich sollte das kein Problem für diesen sein.

Empört hielt Kai die Tasche nach oben. "Sicher habe ich die mit. Sowas vergesse ich doch nicht!" Er war enttäuscht, dass der Rothaarige ihm zutraute, solche Dinge nicht zu beachten.
Er betrat mit Tala das Restaurant, hielt nach dem Kunden ausschau, doch er war nicht zu sehen, vielleicht noch nicht da...

"Sei doch nicht gleich eingeschnappt! Hätte ja sein können!"
Tala lachte angesichts des empörten Gesichtsausdrucks leise auf, wuschelte diesen noch einmal durch die Haare, ohne die 'Frisur' zu zerstörten und trat dann auf den Kellner zu, damit dieser sie zu ihrem Tisch führte. Es war immer von Vorteil früher hier zu sein, man hatte sozusagen die Poleposition inne, nutzte einen an und für sich neutralen Gesprächsboden für die eigenen Belange.
"Du musst übrigens die restlichen Gespräche selbst erledigen, Kai. Ich habe anderweitige Termine. Also pass gut auf, damit du dass dann problemlos erledigen kannst. Obwohl ich da kaum Bedenken habe..."

Kai leß sich neben dem Rothaarigen nieder, packte die Aktentasche unter den Tisch und sah sich schon mal die Auswahl an, die er zum Frühstück hatte. "Hn... warum? Der eine wollte unbedingt mit dir reden." Wie sollte er das denn jetzt erklären? "Kann ich das nicht erledigen?"

"Ich habe einen wichtigen Termin bezüglich des Kerls, der uns unser Geschäft streitig machen will. Zudem wüsste ich nicht, was man mit mir bereden will, dass du nicht auch sagen könntest. Immerhin wollen wir nur ein Grundstück kaufen und nicht gleich eine Fusion anstreben!"
Tala schüttelte mit dem Kopf. Nein, es war kein derart wichtiges Geschäft, dass er unbedingt dabei sein musste. Kai konnte es genauso gut erledigen.

Kai hatte es sich auch nicht erklären können, aber was konnte er schon groß dagegen sagen? Nichts. Und jetzt saß er zwischen zwie stühlen.
Bevor er etwas sagen konnte, kam auch schon der Grundstückbesitzer. Kai lächelte, begrüßte ihn, nachdem Tala es getan hatte.. Er suchte die verträge heraus, während der Rothaarige verhandelte.

Es lief genauso ab, wie beim letzten Mal, nur dass Kai damals auf der anderen Seite des Verhandlungstisches gesessen war. Mittlerweile wusste er, dass Tala sehr genau Bescheid wusste, über den Wert der Liegenschaft und diesen Wert auch gleich zu Beginn der Verhandlungen nannte. Wieder ließ er sich ein wenig höher handeln, sah dann zu, wie sein Partner den Vertrag unterschrieb und lächelnd das Restaurant verließ.
"Du musst ihnen immer das Gefühl geben, dass sie es sind, die das Geschäft gemacht und dich übers Ohr gehauen haben. Dadurch schaffst du dir zufriedene Partner, die jederzeit wieder Geschäfte mit dir machen. Es reicht, wenn du weißt, dass du einen Riesengewinn aus diesem Geschäft machst!", erklärte er dann ruhig an Kai gewandt.

Der Silberhaarige nickte. Dieses System hatte er verstanden, aber ob er es in dem Erfolg wie Tala umsetzen konnte... er zweifelte sehr daran. Mit Worten war er nicht gut, zeigte den meisten Leuten eh nur die kalte Schulter und wenn er verhandelte... lief es eh in sein Disaster heraus.
"Ich versuchs." Kai trank seines Orangensaft aus, lehtne sich zurück und sah auf die Uhr.. Er hatte noch zwei Stunden, bis zum nächsten Termin.

"Willst du einen Probedurchgang?", schlug Tala vor, schien Kais Unsicherheit mitzubekommen. Er ließ sich das Papier geben, auf dem die Details des nächsten Grundstückes vermerkt waren, ging sie noch einmal durch und nickte dann.
"Okay, ich bin Ikewaki. Du verhandelst mit mir! Also, los gehts!"
Tala machte ein ernstes Gesicht, nickte Kai zu.

Sekptisch zog Kai eine Augenbraue nach oben, musterte Tala. Doch dieser schien das wirklich ernst zu meinen. Wie sollte er mit ihm~ verhandeln? Das konnte er einfach nicht...
"Ich... Keine Ahnung." In soetwas hatte er keine Erfahrung. Er straffte die Schultern, nahm Haltung an und holte tief Luft. Das würde er nicht~ schaffen.
"..." Ihm fiel kein Anfang ein...

"Schon möglich, dass du die nicht hast. Lass es dir nicht anmerken, dass es so ist!"
Tala deutete auf das Papier, das Kai ihm zu lesen gegeben hatte. "Da steht alles oben, was du brauchst. Am besten du beginnst damit, dass du weißt, wieviel das Grundstück in etwa Wert ist. Und lass ihn spüren, dass wir nicht unbedingt darauf angewiesen sind, also durchaus keine Monstersumme zahlen."
Er legte den Kopf etwas schief, beschloss dann es Kai etwas einfacher zu machen.
"Nun, wie Sie sicher wissen, handelt es sich um das Gebäude in der Bronx. Machen Sie ein Angebot, Sie werden schließlich Informationen eingeholt haben, nicht?"

Vielleicht war das ein Nachteil, der den Job bei Tala unattraktiv machte. Sicher... er wusste alles über das Grundstück, den wahren Preis, den falschen, die Umstände, Eigenschaften, sogar die Geschichte -welche Gebäude wann dort standen- kannte er. Er bräuchte den Zettel nicht. Aber angesichts einer Verehandlung wusste er sein Wissen nicht recht einzusetzen.
"10.000... das Grudnstück liegt in einer der kriminellsten gegenden, die Liste der vorherigen Besitzer ist länger, als die chinesische Mauer."

"10.000? Sind Sie noch recht bei Trost? Wir reden hier von einem siebenstöckigen Gebäude, das erst letztes Jahr renoviert wurde. 10.000..."
Tala schnaubte abfällig, machte ein missmutiges Gesicht.
"Kriminell oder nicht, es liegt im Zentrum von New York, hier kriegen Sie nicht mal einen Autoparkplatz um 10.000, Mann. 50.000, mein absolutes Minimalangebot!"

Innerlich seufzte er. Am liebsten würde ja lachen und die Farce beenden. Aber Tala würde darauf sicher nicht eingehen, also würde er jetzt üben müssen, damit das Geschöft nachher, auch so verlief, wie sie es sich gedacht hatten.
"20.000... Ihr Haus weißt trotz der Renovierung erhebliche Mängel auf, die sich nicht so schnell beseitigen lassen. Der Keller ist schon voll Schimmel, das hat mir ein gutachter bestätigt. Ich finde, das mein~ Preis sehr wohl angemessen ist."

Dass Tala die Sache mehr als nur ernst nahm, zeigte das wölfische, siegessichere Lächeln, das sich in diesem Moment auf seine Züge legte. Entspannt lehnte er sich zurück, die Arme locker vor dem Bauch verschränkt.
"Und Sie, mein Freund...haben Sie schon einmal etwas von Hausfriedensbruch gehört? Scheinbar nicht, den sonst kann ich mir nicht erklären, wie Sie in den Keller *meines* Hauses kommen, um dieses begutachten zu lassen. 45.000 oder eine Anzeige bei der örtlichen Polizei!"

Nun war es an ihm, überlegen zu grinsen. "So? Dann sollten sie ihre Sekretärrin beauftragen, nicht so voreilig Termine auszuhändigen. Sie war sehr freundlich und hat mir gestattet, ihrem Haus noch gegen 22 Uhr einen Besuch abzustatten... nur für das Treppenhaus und den Keller, versteht sich. Aber mehr~ braucht eich wohl nicht sehen. Abgesehen von dem Schimmel haben sie eine nette Ansammlung von Drogen dort unten. Oder wollens ie mir erzählen, dass das Kreide in Tüten verpackt ist?"
Natülrich hatte Kais Gutachter sofort eine Probe genommen und einen Schnelltest durchgeführt und sich alles -rechtlich abgesichert- aufgeschrieben.
"20.000 ist nun doch sehr angemessen, nicht?" Oder er nahm die Auswahl wie im Monopoly: Sie gehen ins Gefängnis, nicht über los und zeihen keine 10.000 ein.

Man konnte den Widerstreit der Gefühle direkt in Talas Gesicht ablesen, ehe er sich dann seufzend vorbeugte und Kai musterte.
"Wenn ich nun wirklich der Typ gewesen wäre, dann würde ich spätestens jetzt aufstehen und gehen...und das Geschäft Geschäft sein lassen. Aber ich muss dir eines zugestehen, Kai...Verhandlungsmensch bist du nicht wirklich, aber an dir ist ein Privatdetektiv verloren gegangen. Weißt du auch, welche Zahnpasta der Kerl benutzt?"
Tala hatte sich bereits wieder gefangen, lachte nun leise auf und nahm einen Schluck seines Mineralwassers.
"Nun, wenn du noch ein wenig diplomatischer vorgehst, dann wird das schon. Besorg uns einfach die Grundstücke!"

Er zuckte mit den Schultern. Hatte er ja gesagt. "Noch nicht. Aber rausbekommen würde ichs. Seine Tippse hatte da was angedeutet. Ich glaube, die beiden haben ein Verhältnis." Er lehnte sich wieder an die Polster, seufzte. "Vor dem Typen würde ich das eh nicht erwähnen." Das konnte er sich schon denken, dass solche Informationen an der Stelle für Verhandlungen nicht angebracht waren.
"Das merkwürdige ist nur... Über die beiden habe ich ne Menge rausbekommen können, doch der andere Typ.. nichts... Ich bin froh,d ass ich die Adresse des Grundstückes weiß."

Tala hatte mit einer Mischung aus Erstaunen und leichtem Unwohlsein zugehört.
"So? Kleiner Sherlock Holmes, was? Und was hast du dann damals über mich so rausbekommen?", wollte er in einem fast schon lauernden Ton wissen.
"Na ja, solange er uns am Ende sein Anwesen verkauft...wann triffst du dich mit ihm? Vielleicht bin ich bis dahin wieder frei!"

"Ich vertreib mir meine Zeit halt auf meine Weise... außerdem mag ich diesen 'Adrenalinkick'." Er grinste, zeigte, dass er es so nicht ernst meinte.
"Über dich? Nicht viel. Ich hatte eigentlich nicht mal mit dir gerechnet. bei Reiji hatte ich selten Zeit, nach den Inhabern zu forschen. Das konnte ich nur in meinen Pausen, da sprang nicht viel bei raus."
Er fuhr sich mit einer ahnd durch die Haare, sah zur Uhr und dachte nach. "Gegen... 16.30 Uhr war das. Er hatte den Vorschlag gemacht und es hatte gepasst."

"Dann bin ich ja beruhigt. Ich behalte meine Zahnpastasorte dann doch gerne für mich!"
Tala lächelte vergnügt und irgendwie erleichtert.
"Aber ich werde dieses spezielle Talent von dir gern nutzen. Es gibt immer wieder mal etwas, wo detektivisches Feingefühl gefragt ist...halb fünf also? Das sollte ich schaffen! Wo trefft ihr euch?"

"Nur so nebenbei.. du benutzt immernoch die Gleiche, wie damals in der Abtei." Kai grinste. Immerhin hatten sie sich damals ein Zimmer geteielt. Und als er in dem Badezimmer von Tala war, hatte er die Zahnpaste sofort wiedererkannt.
"Hn... das war... lass micht lügen... Ein Grieche in der 6th. Avenue..."

Tala verzog das Gesicht, nickte dann aber zustimmend und lächelte.
"Ja, hast Recht, ist immer noch dieselbe!"
Dennoch hatte er Mühe, den Gedanken, dass es ein Fehler gewesen war, Kai einzustellen zurückzudrängen. Wie lange würde es immerhin dauern, bis dieser mit seiner Auffassungs- und Beobachtungsgabe hinter den Mantel der Firma sah und erkannte, worum es hier wirklich ging. Und Tala konnte sich vorstellen, dass er dann Feuer am Dach hatte.
"Gut, Griechisch also...ich werde dasein...mal sehen, was der Kerl so unbedingt will..."

"Schön. Danke." So musste er nur ein Geschäft erledigen. Das würde er sicher noch irgendwie hinbekommen. "Ich ruf dich an, falls sich etwas ändern sollte, okay?" Ein Blick auf die Uhr, dann stand er auf. "Ich muss dann los." Die Aktentasche schnappte er sich, verabschiedete sich dann von dem Rothaarigen und fuhr zu dem nächsten Treffen.
Während eines angenehmen Mittagessens, konnte er mit dem Besitzer sehr gut verhandeln. Der Mann war zurückhaltend und ging schnell auf den geforderten Preis ein. So verging die Zeit und er war auf dem Weg zu dem Griechen.
Es gab nur einen in der Straße und das Treffen sollte davor stadtfinden. Also positionierte er sich an einen der Stehtische und wartete.

Dieses Mal war Tala nicht vor ihm da und er musste auch noch ein wenig länger warte, ehe dieser im Laufschritt um die Ecke bog, den Blick suchend auf die Tische des Ladens gerichtet. Erst als er Kai alleine dort stehen sah, wurde er etwas langsamer, war sich endlich sicher, dass er nicht zu spät kommen würde. Gemächlicher nun trat er zu diesem.
"Wie ist es gelaufen?", wollte er dann auch gleich wissen, ehe er sich ein weiteres Mineralwasser beim vorbeieilenden Kellner, der bisher noch keine Zeit gehabt hatte, Kai zu bedienen bestellte. Tala selbst hatte bis vor einer halben Stunde mit seinem Kontaktmann versucht, herauszubekommen, um wen es sich bei dem gegnerischen Grundstücksaufkäufer handelte, aber sie hatten keinen Erfolg gehabt. Und das irritierte den Rotschopf nun doch. Wäre es nur ein normaler Geschäftsmann gewesen, der glaubte, hier eine Marktlücke und leicht auszustechende Konkurrenz zu haben, so würde dessen Leben nun schon vor Tala ausgebreitet liegen. So aber wusste er rein gar nichts, was die Absichten des Kontrahenten, mehr als nur undurchsichtig machte und zudem gefährlicher erschienen ließ. Tala glaubte nicht, dass es dem Mann nur darum ging, ihnen Grundstücke vor der Nase wegzukaufen. Da musste noch etwas anderes sein.

Kai sah auf, hatte doch eigentlich den Geschäftspartner erwartet, aber es war Tala. Jetzt war er zwar beruhigt, dass er das nicht alleine durchstehen musste, aber trotzdem... Wo war dieser Typ? "Gut. Ich hab das Grundstück für 15.000 bekommen. Er hat mir den Preis gleich genannt und eingetragen." Es war zwar überraschend gewesen, aber Kai hatte das als nicht so schlimm empfunden.
"Er ist zu spät." Der silberhaarige hatte auf seine Uhr gesehen, seufzte dann leise. "Vielleicht sollten wir gehen?"
Doch daraus würde nichts werden. Denn keine Skeunde später hörte man lautes Schreien und Kreischen, quietschende Reifen. Ein mtallicfrabener Wagen fuhr genau auf das griechische Restaurant zu. Genauer... auf den Platz von Kai.

Tala hatte gerade zu einer Antwort ansetzen wollen, die in etwa besagte, dass man dem Mann doch etwas Zeit lassen könnte, hob nun aber nur erschrocken den Blick und sah das Fahrzeug auf ihren Tisch zurasen. Nach einer Schrecksekunde, reagierte er aber mit der gewohnten Kaltblütigkeit, gab dem Tisch, an dem sie standen, einen Stoß, sodass dieser in Richtung der Windschutzscheibe schoss, trat dann einen Schritt vor, packte Kai am Oberarm und riss ihn an sich, um sich dann einfach nach hinten fallen zu lassen. Das Leben innerhalb einer Organisation wie die Mafia eine war, schärfte die Sinne und die Reflexe.

Kai war erstarrt zur Salzsäule. Er konnte sich nicht bewegen, selbst wenn er es gewollt hätte. Doch Talas Einsatz riss ihn aus seinem Schockzustand. Er drückte sich an den Rothaarigen, kniff die Augen zusammen. Sein Leben wie zog in einem kurzen SPielfilm an ihm vorbei. Sollte es so~ Enden?
Doch nichts. Als er sich traute, ein Auge zu öffnen, sah er Tala neben sich. Staub war aufgewirbelt wurden und nur 5 Meter neben ihnen stand das Fahrzeug. Doch merh als ein paar Schrammen an den Armen und im Gesicht, hatten beide nicht davon getragen...

"Kai? Bist du unverletzt?"
Tala hatte ihn an den Oberarmen gepackt, musterte ihn wachsam, auf jede Bewegung gespannt. Erst als er ein zögerliches Nicken erhielt, war er zufrieden, schob den Silberhaarigen sanft beiseite und sprang dann auf. Sein Rücken schmerzte, den Arm hatte er sich wohl auch geprellt, aber ansonsten ging es ihm gut. Erst mal musste er sich um den Idioten kümmern, der da hinter dem Steuer gesessen war. Wütend riss er die Beifahrertür auf, wollte schon im Inneren nach dem Kragen des Lenkers greifen und diesen auf Millimetergröße zusammenstauchen. Doch der Fahrerplatz war leer, die Tür stand weit offen.
Der Mistkerl war getürmt. Rasch hob Tala den Blick, sah sich um, suchte die Gegend nach einem laufenden Mann ab, aber es war zu spät. Bis auf ein paar Gaffer und Schaulustige war niemand mehr zu erkennen.
"Verdammt!" Mit einem wütenden Gesichtausdruck warf er die Tür wieder ins Schloss, marschierte dann um den Wagen herum und besah sich das Nummernschild. Wahrscheinlich würden Nachforschungen ergeben, dass der Wagen gestohlen war, aber für den Moment war das alles, was sie hatten. Er fuhr sich fahrig durch die Haare, drehte sich dann wieder zu Kai um, ging auf diesen zu und dann vor diesem in die Hocke.
"Alles klar? Kannst du aufstehen? Soll ich dich in ein Krankenhaus bringen?"

Kai sah kurz zu dem Wagen, dann zu Tala. Leicht schüttelte er den Kopf. "Ich glaub nicht.." Er stand langsam auf, klopfte sich den Staub weg. Eine kleine Wunde hatte er am Handgelenk, doch mehr war ihm nicht passiert. "War das Absicht?"
Irgendwie konnte er sich das nicht vorstellen... dennoch war es wahrscheinlich. In New York war alles möglich.

Tala blieb vorläufig in der Hocke, sah zu Kai hoch, dann auf den Wagen, der nun fahrerlos dastand. Er würde nicht von vornherein ausschließen, dass es Absicht war. Doch warum sollte man Kai angreifen? Es wäre nicht das erste Attentat auf ihn, aber der Silberharrige hatte nun wirklich nichts damit zu tun.
"Ich weiß es nicht...", murmelte er deswegen nur abwesend, stand dann doch auf, streckte den Arm durch und verzog das Gesicht, als dieser ungesund knackte.
"Auf jeden Fall sollten wir jetzt verschwinden, ehe die Polizei kommt und uns lästige Fragen stellt. Hol uns doch schon einmal ein Taxi, ich komme gleich nach!"
Die eisblauen Augen lagen noch kurz auf Kai, richteten sich dann auf den Besitzer des griechischen Ladens. Tala würde ihm seine Adresse hierlassen, falls die Polizei Fragen an ihn hätte.

Kai nickte, holte sien Handy aus der Hosentasche und rief den Txiservice an. Gleich würde einer der gelben Wagen hier halten und sie würden verschwinden.
Keine Minute später saß Kai mit Tala auch schon in dem Wagen. Er atmete tief druch, wischte mit einem Taschentuch das Blut von seiner Hand.

"Wenn es dir soweit gut geht, dann würde ich dich bitten, einige weitere Nachforschungen anzustellen, sobald wir wieder in der Firma sind!"
Talas Blick war zum Seitenfenster gewandt, seine Stimme klang nachdenklich und er sprach weiter, ohne auf eine Antwort zu warten.
"Ich weiß nicht, wie gut du wirklich in diesen Dingen bist, aber ich denke, es ist eine Herausforderung. Ich will wissen, was es mit diesem Unfall gerade eben auf sich hat. Außerdem sollst du noch mehr über unseren Kunden, der heute so plötzlich nicht aufgetaucht ist, herausfinden."

"Egal wie?" Kai wusste, dass Tala diese Sache ernst war. Er sah aus dem Fenster und schien er wo anders, als bei ihm. Tyische Anzeichen.

"Egal wie...", stimmte Tala zu, nickte nur kurz.
Irgendetwas war hier im Busch und es gefiel ihm nicht. Das hier war erst der Auftakt für etwas Größeres gewesen, dessen war sich Tala sicher.
"Egal wie und so schnell wie möglich. Wann glaubst du, dass du Informationen hast?", wollte er dann plötzlich wieder voll bei der Sache wissen, den Blick zu Kai gerichtet.

Dieser zuckt emit den Schultern. Da er jetzt alles durfte~.. "Hn... weiß nicht. Ich bräuchte nen besseren Pc... und die Erlaubnis, auch länger als bis 18 Uhr zu arbeiten." Er grinste ihn an. "Dann vielleicht... 4 Stunden?" Er wusste nicht, wie gut diese Dinge verschlüsselt waren, welche Sicherheitsmaßnahmen der Typ getroffen hatte, wenn er geheim bleiben wollte.

"Von mir aus..."
Talas Zustimmung klang knapp, denn schon im nächsten Moment hatte er sein Handy aus der Tasche gefischt, eine Nummer gewählt und wartete nun darauf, dass sein Gesprächspartner den Anruf abnahm. In kurzen Worten erklärte er dann, dass er innerhalb der nächsten halben Stunde einen neuen Rechner in Kais Büro stehen haben wollte, welcher mit seinen Spezifikationen für alle Einsätze gewappnet war. Dann war das Gespräch auch schon wieder beendet.
"Sonst noch was?"

Der silberhaarige schüttelte den Kopf. "Nicht wirklich." Er lehnte sich zurück, dachte kurz nach. Leicht würde es wohl nicht werden, aber ein Versuch war es Wert.
Eine halbe Stunde später waren sie an der Firma angekommen. Zusammen mit dem Rothaarigen stieg Kai aus, fuhr hoch zu seinem Büro.

Dort war gerade ein Mann dabei, den PC aufzubauen, war aber innerhalb der nächsten paar Minuten mit dieser Arbeit fertig.
"Ich erwarte dann die Ergebnisse!"
Tala nickte Kai zu, verschwand dann in sein eigenes Büro, zog die Tür hinter sich ins Schloss. Die Telefongespräche, die er nun zu führen beabsichtigte, gingen niemanden etwas an - am allerwenigstens Kai.

Dieser machte sich sofort ans Werk. Schon in der Abtei war sein.. zweitbester Freund, der PC gewesen. Immer wenn Tala unterwegs wa,r hatte er sich mit Informatik und Technik auseinander gesetzt. Das kam ihm wohl jetzt zu gute.
Es dauerte ein paar Stunden, bis er einige Informationen zusammen hatte. Mehr oder weniger. Um null Uhr war er fertig. Mit der traurigen Zwischenbilanz. Er ging zu Tala, legte ihm ein Blatt auf den Tisch.
"Den Mann gibt es nicht. Das Grundstück läuft über einen Namen, der nirgends verzeichnet ist. Sogesehen gibts es nicht mal einen Grundbesitzer. Und die Informationen über das Grundstück sind ebenso falsch. Die Adresse stimmt und es ist leer, doch gehört es der Stadt und ich habe mich erkundigt. Da soll ein Spielplatz drauf entstehen. Das Auto ist als gestohlen gemeldet. Der fahrer ist ein verheirateter Mann mit zwei Kindern... Maurer, wenn ich nicht falsch liege."

Tala nickte, senkte den Kopf auf den Zettel, auf dem die magere Ausbeute stand. Er hatte sich schon so etwas gedacht. Wer auch immer hinter dem Ganzen steckte, kannte sich aus und ging keine Risiken ein.
"Auf jeden Fall können wir jetzt ausschließen, dass es sich bei dem kleinen Zwischenfall heute um einen Unfall gehandelt hat...die Frage ist nur...wer steckt dahinter. Okay, nächste Aufgabe...finde heraus, wer wie ein Wilder die Grundstücke aufkauft. Ich bin sicher, er hat etwas damit zu tun!"

Kai nickte. "Ich hab die IP Adresse schon." Er lächelte. "Das Problem ist nur... Der Typ scheint eine FIrma zu haben. Jedes Grundstück hat soziemlich seine eigene Nummer. Und ich kann mich leider in keine FIrmencomuter einhecken, ohen das es auffällt." So gut war er leider nicht, auch wenn er es gerne getan hätte.

"Na gut...kann man nichts machen. Es ist spät. Gute Nacht, Kai!"
Tala griff nach dem Zettel, den Kai ihm hingelegt hatte, lehnte sich dann in seinem Stuhl zurück und musterte die Informationen noch einmal. Dass der Silberhaarige noch hier war, hatte er scheinbar schon fast vergessen.
"Ach ja...haben wir für morgen noch Termine zum Grundstückkauf? Die übernehme sonst ich!"

Kai schüttelte den Kopf. "Nein. Sie wurden abgesegt, da jemand schneller war als wir. Man hat einen großen Betrag gezahlt, um das Grundstück zu kaufen. Tut mir Leid."
Er seufzte leise, nahm seine brille ab und streckte sich kurz. "Gute Nacht." Er würde sich ein Taxi nehmen und nach Hause fahren.

"Macht nichts...dieser jemand wird sich nicht mehr lange darüber freuen, dass er uns die Grundstücke vor der Nase weggeschnappt hat..."
Das Lächeln, das sich bei diesen Worten auf Talas Lippen schlich, war schwer zu beschreiben. Aber auf jeden Fall wirkte es gefährlich mit einem Hauch von sadistischer Verspieltheit.
"Er weiß nur noch nicht, wen er sich zum Spielen ausgesucht hat...das ist sein Problem!"
Das Lächeln verschwand als Tala Kai wieder ansah.
"Gute Nacht, danke für deine Hilfe!"

"Gute Nacht." Er lächelte, auch wenn ihn dieser Ausdruck in Talas Augen eben verängstigt hatte. "Bis morgen." Wenn ihn nicht wieder ein Auto anfahren sollte.
Doch es sollte noch schlimmer kommen. Als das Taxi vor seiner Wohnung hielt, kamen ihm ein paar zwielichtige Typen entgegen. Eigentlich wollte er schnell in seine Wohnung, doch daraus wurde nichts. Die Männer fingen ihn ab. 10 an der Zahl. Sie drängten den Silberhaarigne in eine Seitengasse, schlugen dann auf ihn ein. Kai hatte keien Chance, sich auch nur kurz zu Schützen, oder sich gar zu Verteidigen.
Das Marthyrium endete nach einer Stunde, treten und schlagen. Zusammengekauert lag Kai auf dem Boden, umklammerte seinen Magen und hatte Probleme, einen Brechreiz zu unterdrücken. Er konnte nicht aufstehen, geschweige denn, sich bewegen. Die Männer waren schon längst verschwunden.

Tala hob just in diesem Moment den Kopf. Irgendetwas war seltsam, irgendetwas hatte ihn gestört. Er konnte aber nicht sagen, was es war, worin genau dieses seltsame Gefühl bestand. Es war ein Drängen in der Magengrube. Aber ein Drängen, worauf? Noch einmal senkte er den Kopf, versuchte sich auf die Zeilen zu konzentrieren, die da vor ihm lagen, aber so ganz wollte es ihm nicht gelingen. Kais Gesicht erschien immer und immer wieder vor seinem geistigen Auge. Nicht, dass das etwas Neues gewesen wäre, aber langsam hatte er es unter Kontrolle gehabt. Nicht heute. Er konnte sich einfach nicht mehr konzentrieren. Von einer Sekunde auf die andere ging nichts mehr. Er schielte zu seinem Handy, seufzte, drehte den Kopf wieder weg - und tappte dann doch danach.
Nur um sicherzugehen, wie er sich selbst einredete. Rasch war Kais Nummer gefunden und angewählt.

Ein Klingeln riss ihn aus seinem leichten Schlaf. Erschöpft öffnete er die Augen, sah sein Handy ein Sütck von ihm entfernt auf dem Bodne liegen. Er spürte Wassertropfen. Schön, Jetzt regnete es noch auf sein Handy...
Er ließ sich auf den Boden fallen, öffnete unter Schmerzen die klappe des Handys. "Hn?"
Auf dem Display konnte er den Schriftzug 'tala' erkennen. "Hil... fe..."

Der Rotschopf, der sich mit seinem Drehsessel in Richtung Fensterfront gedreht und schon mehrmals wieder auflegen hatte wollen, sprang angesichts der schwachen Stimme auf.
"Kai? Was ist los? Wo bist du?"
Die Finger hatten sich um das Mobiltelefon gekrallt, die Gesichtsfarbe Talas war ein wenig blasser geworden. Was war hier los?

"Zu.. hau.. se." brachte er hervor. Klappte dann Zusammen. Mehr kam nicht zurück, nur noch ein Blinken des Akkus, welcher anzeigte, dass er leer war, dann ging das Handy aus und Tala hörte nichts mehr außer das Rauschen des Telefons.

"Scheiße..." Einen Moment war der Rotschopf versucht das Handy gegen die nächste Wand zu feuern. In solchen Situationen neigte er zur Impulsivität, die meist ihm oder einem anderen zum Verhängnis wurde. Nun aber, atmtete er erst einmal tief durch, schnappte sich dann seine Jacke, warf sich diese über die Schultern und stand schon wenig später im einsetztenden Regen auf der Straße, winkte einem Taxi.
Die Minuten zu Kais Wohnung zogen sich wie Gummi und endlich dort drückte er dem Taxifahrer nur einen viel zu großen Schein in die Hand und sprang aus dem Fahrzeug.
Wie wild drückte er nur Sekunden später auf die Klingen, die zu Kais Wohnung gehörte, versuchte zeitgleich diesen erneut anzurufen.

Dumemrweise war er nicht zu Hause, sondern immernoch in der Seitengasse. Das Handy aus und Kai selbst lag durchnässt im Dreck. Die Ohnmacht hatte ihn überrant und er konnte sich nicht mehr melden. So musste er Rothaarige vor der Tür warten, warten auf nichts.

"Kai? Bist du da?"
Tala wusste, dass er gerade ein sehr dummes Bild abgab, wie er da vor dem Haus stand und die Fassade hochbrüllte. Lange würde hier ohnehin nicht mehr stehen, denn dann hätte man die Polizei gerufen. Schnell versicherte er sich, in welchem Stock Kai wohnte, wollte dann zur Feuertreppe laufen, um so in das Gebäude zu kommen.
Immerhin würde ihn nach Mitternach wohl kaum noch einer der anderen Hausbewohner aufmachen. Doch so weit sollte er gar nicht kommen, denn gleich nachdem er in die Seitenstraße eingebogen war, fiel er beinahe über eine liegende Gestalt.
"Verflucht, was...Kai?"
Verwunderung, Entsetzen und Sorge machten sich gleichermaßen in Tala breit, als er seinen Assistenten erkannte, sofort auf die Knie fiel, diesen an sich zog und ihn leicht schüttelte.
"Kai? Hörst du mich?"

Das schütteln ließ ihn wach werden. Kurzzeitig. "Hn.. Tala?" Ein Lächeln erschien auf seinem gesicht. Dann musste er husten. "Mein.. Bauch tut weh." murmelte er, spuckte Blut und klappte dann wieder in Talas Armen zusammen.

Talas Erleichterung, als Kai die Augen aufgeschlagen hatte, verschwand sofort wieder. Er zog den Silberhaarigen enger an sich, strich ihm erst einmal die nassen Haare aus dem Gesicht, sah erst dann das Blut.
"Keine Sorge, jetzt bin ich ja da...", murmelte er leise, sich bewusst, dass Kai ihn nicht mehr hörte. Mit festem Griff hob er den jungen Mann hoch, drückte ihn an seine Brust, ehe er mit schnellen, hektisch anmutenden Schritten die Seitenstraße verließ, den nächsten Taxistand anstrebte. Kai musste dringend in ein Krankenhaus.

Keine 10 Minuten später lag Kai im Operationsaal. Die Blutung in seinem Magen wurde gestoppt. Komplikationen entstanden nicht und so wurde der silberhaarige eine Stunde später in den Aufwachraum gebracht, während Tala die Zeit draußen verbingen muss, da er kein Verwandter von Kai war.
Am Morgen erwachte Kai aus seinem Schlaf. Als er in ein Einzelzimmer gebracht wurd,e ließen sie auch den Rothaarigen endlich zu ihm. Kai war eingewickelt in Verbänden. Er hatte einige Prellungen am Brustkorb, den Händen und Armen. 3 Geprellte Rippen hatte er davongetragen. Kratzer fand man im Gesicht und tiefere Schnittwunden an seinen Händen, da er mit diesne sein gesicht geschützt hatte. Doch das würde alles nach einiger Zeit Heilen.

Talas Lächeln wirkte müde, aber dennoch erleichtert. Man sah ihm an, dass er eine schlaflose Nacht hinter sich hatte. Dennoch riss er sich zusammen, setzte sich an Kais Bett und strich diesem sacht ein paar der Haarsträhnen, die ihm ins Gesicht gefallen waren, weg.
"Man kann dich auch wirklich keine Sekunde allein lassen, was?", spottete er dann sanft, den Blick über die Verbände und Pflaster gleiten lassend.
"Und dann muss man dich auch noch suchen gehen..."

Kai nahm sich kurz die Atemmaske ab. "Sorry." nuschelte er dann, setzte sich das Ding wieder auf. Ihm tat alles weh, verständlich. Aber Kai war froh, dass Tala hier war. Alleine würde er das nicht durchstehen wollen und können.

"Schon okay..."
Tala lächelte sach, strich sich dann selbst über die müden Augen. Es hatte nicht unbedingt gut ausgesehen für Kai und dementsprechend hatte er keine ruhige Minute gefunden.
"Die Ärzte haben gemeint, du musst noch ein paar Tage hier bleiben, bis du wieder Bäume ausreißen und dich mit Kleinkriminellen prügeln kannst."
Er lehnte sich etwas zurück, stützte sich auf der Matratze ab und dachte scheinbar über etwas nach.
"Ich muss dann gleich in die Firma...aber ich versprech dir, dass ich am Abend wieder vorbeikomme. Am besten du schläfst in der Zwischenzeit ein wenig."

Der silberhaarige nickte. Was würde er nur dafür tun, jetzt auch in die Firma fahren zu können. Er hasste Krankenhäuser... und auch das Essen. Da half es ihm auch nichts, wenn er schlaf. Vielleicht sollte er eine Schwester um ein Schlafmittel bitten, alleine würde er das sicher nicht schaffen.
Wieder nahm er die Maske ab, lächelte. "Du siehst aber auch müde aus. Kipp.. nicht um." Er setzte sich die Maske wieder auf.

"Ich?"
Der Blick aus eisblauen Augen wurde sanft.
"Ach was...du kennst mich doch...ich bin es gewöhnt, mehrere Tage ohne Schlaf auszukommen. Also...pass auf dich auf, ich bin bald wieder da!"
Noch einmal strich Tala durch die silbrigen Haare, beugte sich dann tiefer, nutzte die Gunst der Stunde und hauchte Kai einen Kuss auf die Stirn.

Der Silberhaarige schloss kurz die Augen. Vielleicht war er einfach zu schwach, um sich gegen Tala zu wehrn... oder er versuchte nur, den anderen zu verstehen.
Als Tala das Krankenzimmer verlassen hatte, schloss er die Augen, versuchte etwas Schlaf zu finden. Wie er es erhahnt hatte, duaerte es eine Weile. Zum Mittag wurde er auch schon wieder geweckt, um zu Essen. Ganz toll. Die Medikamente durfte er danna uch gleich schlucken, dann schlief er weiter, bis es Abendbrot gab.

Dennoch musste er sich dann einige Stunden gedulden, ehe Tala die Tür zum Krankenzimmer öffnete. Die Haare waren noch feucht, deuteten daraufhin, dass der Rothaarige noch schnell unter die Dusche gehüpft war, ehe er zu Kais Besuch geeilt war.
"Guten Abend! Ich hoffe, du warst brav und ich höre keine Beschwerden?"
Die fröhliche Stimme täuschte perfekt darüber hinweg, dass der heutige Tag nichts Neues an Informationen gebracht hatten.

Lächelnd schüttelte er den Kopf. Er war erleichtert, als endlich jemand seine Ruhe störte. Einen Fernseher sowie Laptop oder Radio hatte er nämlich nicht. Nur das Telefon war da, aber wen sollte er anrufen? Seine Katze?... Wer kümmerte sich jetzt eigentlich um Jerry?!
Kai nahm die Maske ab, atmete tief durch. "Wie wars auf der Arbeit?"

Tala zuckte mit den Schultern, ließ sich wieder am Rand des Bettes nieder.
"Nichts Besonderes, so wie immer...", gab er dann unumwunden zu, streckte sich erst einmal durch und schlug dann ein Bein locker über das andere.
"Du hast nichts versäumt...ich hatte ziemlich einiges zu tun, um die gestrigen Verkäufe fix zu machen."

"Dann ist gut." Er atmete wieder den Sauerstoff ein. "Dir liegt doch was auf der Seele." Er kannte Tala und sah doch, dass etwas nicht stimmte. "Ich hab das Gefühl... das du mir.. was.. verheimlichst."

"Ich dir?"
Tala sah verwundert hoch, lächelte dann. "Was sollte ich dir schon verheimlichen? Du träumst, Kai. Genauso wie du früher auch schon immer geträumt hast...erinnerst du dich...davon, dass du einmal reich sein wirst, dass du Erfolg haben wirst. Ich hör dich immer noch reden!"
Tala lachte leise auf, rutschte dann von der Matratze auf einen der Besuchersessel.

"..." Er konnte darüber nicht~ lachen. "Ich hab mehr Erfolg... als ich.. damals gedacht.. habe.. und schlecht.. verdiene ich auch.. nicht." Er hustete, setzte die dumme Maske wieder auf. Das war gemein von Tala! Das war sein Traum gewesen, an dem er immer noch festhielt und dem er jeden Tag ein Stück näher kam.
"Und ich glaube... trotzdem... das du mir.. nicht alles sagst."

"Denk doch, was du willst..."
Tala winkte ab. Er wollte nicht mit Kai über den Nichtvorangang seiner Nachforschungen reden, nicht davon, was er vermutete.
"Du sollest dir über andere Sachen Gedanken machen. Zum Beispiel darüber, schnell wieder gesund zu werden. Immerhin brauche ich meinen Assistenten."

"Schon klar." Er schüttelte den Kopf, sah zur Uhr und griff dann zu den Tabletten, die er noch schlucken musste. Mit ein bisschen Wasser würgte er sie herunter, verzog das Gesicht. Er hasste Tabletten. Wenn es möglich war umging er das immer. Aspirin nahm er sehr selten.. es zerstörte eh nur die Magenschleimhaut.

"Also? Was kann ich für dich tun? Brauchst du irgendetwas?"
Tala wechselte einfach das Thema, machte sich nicht die Mühe noch länger auf Kais vorwurfsvollen Blick einzugehen. Das hier ging nur ihn etwas an und damit musste sich Kai zufrieden geben.

Er überlegte kurz. "Nen Laptop und Arbeit, das würde mir reichen." Notfalls auch ein GameBoy oder irgendetwas, womit er sich seine Zeit vertreiben konnte. "Ein Buch wäre auch... nicht schlecht... Ach... und könntest du Jerry füttern?" Seine Katze bedeutete ihm viel und wenn sie während der zwei Wochen verhungern würde, wäre das für Kai eine kleine Apocalypse.

"Wer ist Jerry?", wollte Tala in diesem Moment auch schon mit einem reichlich unintelligent wirkenden Gesichtsausdruck wissen, schien sich dann aber an etwas zu erinnern.
"Ach, die Katze, nicht? Ja, sicher...ich werd mal schauen, was sich machen lässt. Laptops sind hier leider nicht erlaubt, aber ich kann dir ein Buch vorbeibringen. Soll ich dir eines aus deiner Wohnung mitnehmen oder lieber ein neues kaufen?"
Tala entspannte sich wieder, nun, da das Gespräch von seinem 'Geheimnis' wegging. Er musterte Kai, der immer noch blass in den Kissen lag, lächelte dann. Er war unendlich froh, dass dieser wieder auf dem Weg der Besserung und er, Tala, ihn noch rechtzeitig gefunden hatte.

"Ich hab... ein Buch in der.. Küche liegen." Einen kleinen Roman von Peter May. Eine amerikanische Pathologin verliebt sich in einen chinesischen Polizisten und die beiden müssen gemeinsam die schwirigsten Fälle lösen. Ziemlich gut geschrieben. Kai mochte die Kriminal-Reihe.
Auch Kai lächelte, als der Rothaarige ihn so anstrahlte. "Was ist?"

"Hm? Ach, nichts weiter..."
Tala winkte ab, stützte dann einen Arm auf das angewinkelte Knie und legte den Kopf in die Handfläche.
"Ich bin nur froh, dass es dir verhältnismäßig gut geht, dass ich dich noch rechtzeitig gefunden habe. Das ist doch erlaubt, oder?"
Er zwinkerte Kai fast schon vergnügt zu.

Dieser nickte. Tala~... sein Lebensretter. Was er nur ohne den Rothaarigen getan hätte.. Wahrscheinlich würde er immernoch in der Seitenstraße liegen... und tot sein. "Ich hab nichts dagegen gesagt, oder?" Er lächelte.
Dann ging die Tür auf. Die Schwester -eine Bulldogge in Person- kam herein. "Jetzt ist aber langsam Schluss. Unser Patient soll ja gesund werden und dazu muss er schlafen." Sie sah Tala sauer an.

Dieser hatte ihr lediglich den Blick zugewandt, lächelte sie nun ausnehmend freundlich an.
"Nun, das hat er sicher den ganzen Tag über gemacht. Er wird also zwischenzeitlich auch einmal wach sein müssen und diese Zeit verkürze ich ihm. Sie haben doch nichts dagegen, oder?"
Dass sie etwas dagegen hatte, sah man ihr an - und dazu brauchte man nicht einmal ein besonders feinfühliger Mensch zu sein.

"Ich denke nicht, dass sie das zu Entscheiden haben. Halten sie sich an die Regeln des Krankenhauses. In 5 Minuten sind sie hier raus." Sie verließ das Zimmer, schaffte es sogar, die Tür nicht hinter sich zuknallen zu lassen.
Kai seufzte leise. "Sie hat mir.. auch meine Tabletten.. reingewürgt." Lieber hätte er so eien Schwester gehabt, wie sie in allen Fernsehsendungen gezeigt wurden.

"Ich tippe auf sexuell frustriert!", stellte Tala trocken klar. Er hatte nicht die Absicht sich von so einer Beißzange vertreiben zu lassen und so machte er es sich auf dem Sessel noch bequemer.
"Weißt du schon, wann du wieder raus darfst? Hab leider keinen Doktor auf dem Weg getroffen!"

Er musste kurz lachen. Ja, das konnte gut möglich sein. So sah sie auch aus, wenn Kai ehrlich war. Er kuschelte sich zurück in die Kissen, sah zu Tala, der es sich auch bequem machte. "In zwei Wochen, wenn ich mich bis dahin so fit fühlen sollte." Er zeigte zu der Atemmaske. "DIe kommt.. morgen wahrscheinlich.. endlich weg..."

"Schön..." Tala nickte zustimmend. 2 Wochen? Ein sehr langer Zeitraum, wie er sich eingestehen musste.
"Bis du rauskommst, bist du vor Langweile gestorben, meinst du nicht auch?"
Oh, garantiert, immerhin war dem Silberhaarigen jetzt schon sterbenslangweilig.

Kai nickte. "Aber ich darf ja... nicht mal aufstehen." Der Silberhaarige hatte Glück, dass er jetzt noch so viel schlafen konnte... Aber sobald er mehr Zeit im wachen Zustand alleine verbringen musste... er würde umkommen. Der Raum war weiß, bis auf ein paar kleinen Blumen, die als Deko dastanden.

"Oh, das wird auch gut sein, dass du liegen bleibst. Hat gestern nicht sehr nett ausgesehen. Nein, bleib mal schön liegen und ruh dich aus....ts, da stellt man einen Assistenten ein und der fällt schon nach dem dritten Arbeitstag für mehr als zwei Wochen aus..."
Man konnte Tala ansehen, dass er die Worte nicht so ernst meinte, wie er sie sagte.

Es tat ihm ja leid, natürlich wollte er lieber arbeiten, als hier faul rumliegen. Das war keine Frage. "Ich wusste nicht mal.. das in dem Viertel.. Sone Typen rumlaufen." Bisher hatte es dort nie solche Zwischenfälle gegeben. "Wenn ich hier raus bin, pass ich... besser auf mich auf, versprochen."

"Oh, das will ich doch hoffen. Immerhin ist Supertala nicht immer da, um zu deiner Rettung zu eilen!"
Talas eisblaue Augen blitzten auf, während er sich ein klein wenig näher zu Kai beugte, diesen fixierte.
"Du kannst natürlich auch zu mir ziehen, dann passiert dir sowas nie wieder, weil du nach der Arbeit das Gebäude gar nicht mehr verlassen musst!"

Kai rutschte in seine Kissen etwas zurück, war verunsichert. Damit hatte er nich gerechnet. Und irgendwie doch. Nach der einen Nacht... Unsicher fixierte er einen imaginären Punkt in der Luft, sah nur nicht zu Tala.. "Ich denk... ehr nicht.. wegen Miete und.. Jerry... und so.."

"Nun, wir werden sehen!"
Kai war es von Tala gewöhnt, dass dieser eigentlich abschlägige Antworten als 'Vielleichts' hinnahm, immer das heraushörte, was er gerne hören wollte - oder was diesem wenigstens nahe kam.
"Du hast ja jetzt Zeit darüber nachzudenken - viel Zeit, wenn ich es mir genau überlege. Dann sehen wir weiter!"

Der Silberhaarige nickte einfach. Auch wenn sich seine 'antwort' wohl nicht ändern würde. Er würde immer wieder versuchen, Ausflüchte zu erfinden, die dann irgendwann in einem 'nein' enden würden. Sicher wäre diese Variante sicherer~, aber es war ja auch nicht so, dass Kai jeden Tag verprügelt wurde. Er war nicht mehr in der Schule -wobei er dort auch nie verprügelt worden war.

"Gut, dann...ich werd mich dann mal wieder vom Acker machen. Du hast den Drachen ja gehört. Er war der Ansicht, du musst noch schlafen!"
Tala grinste, war bereits aufgestanden und ging nun bereits in Richtung Tür.
"Deinen Schlüssel habe ich, ich werd mal das Raubtier füttern gehen! Ich komm dann vielleicht morgen wieder vorbei! Gute Nacht!"

Kai nickte wieder. "Gute Nacht."
In den nächsten zwei Wochen waren seine einzigsten Highlits der Besuch der Krankenschwester -Zwecks Essen udn Medikament vergabe- und natürlich die Besuche von Tala. Das Buch, was er ihm mitgebracht hatte, konnte er endlich auslesen... Nur die Antwort, die Tala haben wollte, hatte er innerhalb dieser zwei Wochen nicht zuhören bekommen. Kai war dem Thema geschickt ausgewichen.
Der silberhaarige hatte seine Sporttasch egpackt -Tala hatte ihm Sachen gebracht gehabt- und wartete nur noch auf den Arzt, der ihn entlassen würde. Natürlich würde ihm gesagt, er solel viel Schlafen, nicht schwer heben und die Arbeit sowieso nicht so schnell in Angriff nehmen...
14.10.06 15:43
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung